16.03.2015 / Feuilleton / Seite 10

Vorsicht, Kommunist!

Linke Öffentlichkeitsarbeit beherrschte er aus dem Effeff: Nachruf auf Manfred »Chapel« Kapluck

Michael Steinmann

Gewitzt, schlagfertig, charmant und klug – so kannte man Manfred »Chapel« Kapluck, eine der schillerndsten Persönlichkeiten, die die Kommunisten in Westdeutschland in ihren Reihen hatten.

Geboren 1929 in Essen als Sohn eines späteren Spanienkämpfers, wurde er im Mai 1945 von Max Reimann, Heinz Renner und Josef Ledwohn in die KPD aufgenommen. Der 16jährige hätte lieber mit Erwachsenen gearbeitet, die Partei jedoch sah ihn für die Jugendarbeit vor. Als Mitbegründer der antifaschistischen Freien Deutschen Jugend (FDJ) in Westdeutschland vertrat er diese 1946 auf dem ersten (gesamtdeutschen) FDJ-Parlament in Brandenburg, wo er Erich Honecker, Paul Verner, Hermann Axen, Heinz Keßler und Horst Brasch kennenlernte, mit denen er lange zusammenarbeiten sollte.

Zwangsläufig geriet er in Konflikt mit der Adenauer-Justiz. In der Zeitschrift Utopie kreativ erinnerte er sich 1996: »Mitgefangen, mitgehangen: Das FDJ-Verbot 1951 war ein erster Schock. Immerhin saß ...

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