14.03.2015 / Inland / Seite 2

»Das würde einen erheblichen Schaden anrichten«

Finnland schafft das Erlernen der Handschrift ab. Schüler sollen auf der Tastatur tippen. Ein Gespräch mit Udo Beckmann

Ralf Wurzbacher

Udo Beckmann ist Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), der deutschlandweit rund 140.000 Lehrerinnen und Lehrer vertritt

 

In Finnland wird ab 2016 das Erlernen der Handschrift aus dem Lehrplan der Grundschulen gestrichen. Statt dessen soll von Kindesbeinen an vor allem das Tippen auf einer Tastatur vermittelt werden. Je nach Lust und Laune sollen die Lehrer aber auch weiterhin die »alte« Technik beibringen dürfen. Warum halten Sie davon gar nichts?

Finnland gilt ja wegen seiner wiederholten Erfolge bei der PISA-Leistungsstudie als eine Art Inbegriff schulpolitischer Innovation. Aber nicht alles, was dort und im Rest Skandinaviens an sogenannter Modernisierung im Klassenzimmer läuft, muss per se gut, richtig und nachahmenswert sein. In diesem Fall rate ich sogar dringlich davon ab, auf diesen Zug aufzuspringen. Das würde einen erheblichen Schaden anrichten.

Weil damit eine Kulturtechnik von der Bildfläche verschwände?

Es geht mir n...

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