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10.03.2015 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15

»Klima der Verunsicherung«

Zeitungszustellfirmen unterlaufen den Mindestlohn von 8,50 Euro. Lohndumping und Behinderung der Betriebsratsarbeit gehören zur Geschäftspraktik

Simon Zeise

Schon zum ersten Kaffee soll sie daliegen, die Tageszeitung. Damit die Morgenlektüre den Frühstückstisch erreicht, schlagen sich Zeitungszusteller die Nächte um die Ohren.

Die Zusteller arbeiten unter prekären Umständen. Geringer Lohn, Nachtarbeit und Stress prägen den Arbeitsalltag. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat ihnen das Anrecht auf einen Mindestlohn von 8,50 Euro versagt. Sie begründet die Ausstiegsklausel für Zeitungszusteller beim Mindestlohn mit einem Totschlagargument des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV): Die Pressefreiheit sei in Gefahr, denn die steigenden Löhne würden ein Loch von 225 Millionen Euro in die Verlagskassen reißen. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di widerlegte diese Behauptung mit einem Gegengutachten, in dem es heißt: Zeitungszusteller vom gesetzlichen Mindestlohn auszunehmen, entbehre jeglicher Grundlage. Der Eingriff in die Pressfreiheit sei verhältnismäßig und gerechtfertigt. Doch die Arbeit...

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