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20.02.2015 / Feuilleton / Seite 10

Der Mob in Odessa

Der Dokumentarfilm »Lauffeuer« begibt sich auf Spurensuche nach dem Pogrom in der Schwarzmeerstadt

Roland Zschächner

Leftvision kann nicht nur Demofilmschnipsel. Am Mittwoch präsentierte das Videokollektiv im Berliner Kino Moviemento erstmals »Lauffeuer«. Der Film von Ulrich Heyden und Marco Benson ist ein bedrückendes Zeugnis über das Pogrom von Odessa am 2. Mai 2014 und der erste deutschsprachige Dokumentarfilm darüber. Damals wurden im und um das Gewerkschaftshaus mindestens 46 Menschen von Faschisten ermordet. Angehörige sprechen von mehr als hundert Opfern; sie starben im Feuer, wurden zu Tode geprügelt, erschossen oder »verschwanden«.

Die Überlebenden und die Hinterbliebenen demonstrieren regelmäßig vor dem Gewerkschaftshaus. Sie verlangen eine unabhängige Untersuchung der Geschehnisse und dass die Täter und ihre Hintermänner zur Rechenschaft gezogen werden. »Lauffeuer« nimmt diese Forderungen auf und fragt nach den Organisatoren des Massakers.

Der Film, der nur durch Spenden ermöglicht wurde, zeichnet anhand von Internetvideos, Zeichnungen und Interviews mit Auge...

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