30.01.2015 / Ausland / Seite 7

Schlagabtausch am Golan

USA und EU billigen Israels »Recht auf Selbstverteidigung« in widerrechtlich annektierten Gebieten

Knut Mellenthin

Im jüngsten militärischen Konflikt auf den Golanhöhen haben sich die EU und die USA mit krass unausgewogenen Stellungnahmen auf die Seite Israels gestellt. Anlass waren ein Angriff der schiitischen Hisbollah auf einen israelischen Truppenkonvoi in der Nacht zum Mittwoch und das darauf folgende israelische Artilleriefeuer auf Ziele im Libanon. Bei dem mit Panzerabwehrraketen durchgeführten Überfall der Hisbollah wurden zwei israelische Soldaten getötet und sieben weitere verletzt. Durch Israels »Vergeltungsschläge« starb ein spanischer Soldat, der sich in einem den Israelis genau bekannten Posten der UN-Friedenstruppe UNIFIL aufgehalten hatte. Israelische Regierungssprecher äußerten zwar ihr Bedauern, lieferten aber nicht einmal Ansätze einer Erklärung, wie es zu einem so fatalen Fehler kommen konnte. UNIFIL ist seit dem ersten israelischen Einmarsch in den Libanon 1978 im Grenzgebiet stationiert und besteht zur Zeit aus 10.270 Soldaten aus 36 Ländern.

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