Gegründet 1947 Freitag, 20. September 2019, Nr. 219
Die junge Welt wird von 2216 GenossInnen herausgegeben
22.01.2015 / Inland / Seite 4

»Ich bin doch kein Vergewaltiger«

NSU-Prozess: Bombenopfer schildern groteske und erniedrigende Polizeiverhöre nach dem Attentat in der Kölner Keupstraße. Verdächtig von Anfang an: Migranten

Claudia Wangerin, München

Als Friseur achte er immer auf die Haare, sagte Hasan Y. am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht München. Blonde Koteletten habe der Mann mit der Baseballkappe gehabt, der das Fahrrad mit der Bombe am 9. Juni 2004 vor seinem Geschäft in der Kölner Keupstraße abgestellt hatte. Ein Polizeibeamter habe später trotzdem nachgehakt, ob der Täter nicht etwas dunkler gewesen sein könne. Obwohl Hasan Y. selbst verletzt worden war und sein Friseursalon nicht einmal versichert gewesen sei, habe die Polizei auch ihn und seine Familie verdächtigt. »Wir wurden nicht wie Zeugen, sondern wie Beschuldigte vernommen, das war für uns eine zweite Verletzung«, sagte der heute 40jährige im Prozess um die Mord- und Anschlagsserie, die 2011 dem »Nationalsozialistischen Untergrund« (NSU) zugeordnet werden konnte. Hasan Y. und acht weitere der 22 Opfer des Kölner Nagelbombenschlags sagten am Mittwoch in München aus. Bis auf den Rentner Gerd H., der keine Splitterverletzungen erlitt,...

Artikel-Länge: 4006 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €