14.01.2015 / Feuilleton / Seite 14

Rotlicht: Staatssicherheit

Klaus Eichner

Ein Ereignis wird zum Mythos. Als »Sturm auf die Normannenstraße« ging die Besetzung der Stasi-Zentrale durch Bürgerrechtler vor 25 Jahren, am 15. Januar 1990, in Berlin in die Annalen ein. Ein »Meilenstein«, ein »Schlüsselmoment« der »DDR-Revolution« heißt es in den Berichten derer, die die Vorgänge uneingeschränkt, euphorisch gar, begrüßten. Die Zentrale, das war die Festung des schlechthin Bösen, und das Ministerium für Staatssicherheit geistert bis heute als Angst einflößender Popanz in den Zeitungen, in Rundfunk und Fernsehen herum.

1950 sah das alles noch anders aus. Die DDR war nicht einmal ein halbes Jahr zuvor gegründet worden, die Bedrohung aus dem Westen ernsthaft, eine Mauer gab es noch nicht. Die Gründung eines Schutz bietenden Ministeriums schien ratsam. Im entsprechenden Gesetz vom 8. Februar hieß es: »Die bisher dem Ministerium des Innern unterstellte Hauptverwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft wird zu einem selbständigen Ministerium fü...

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