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08.01.2015 / Thema / Seite 12

Friedliche Kriegshilfe

Eine Reihe von Konfliktforschungsinstituten bemüht sich um die Akzeptanz der herrschenden militärpolitischen Doktrinen im friedenswissenschaftlichen Diskurs

Peer Heinelt

Mitte November vergangenen Jahres war der Karlsruher Naturwissenschaftler Dietrich Schulze wirklich wütend. In der von ihm abonnierten Vierteljahresschrift Wissenschaft & Frieden (W & F), die sich selbst als »kritische Stimme gegen Krieg und Militarismus« bezeichnet, musste er einen Aufsatz des Soziologen Michael Daxner lesen – eines Mannes, der gemeinhin als »Friedensforscher« gilt und gleichzeitig Kriegsgegnern wahlweise moralisches und politisches Versagen vorwirft oder sie als Steigbügelhalter islamistischer Kräfte diffamiert. Zum Beleg lässt sich die folgende Aussage Daxners aus dem im Jahr 2010 von ihm mit herausgegebenen Sammelband »Interventionskultur« anführen: »Wenn in Deutschland die Partei Die Linke heute den militärischen Rückzug aus Afghanistan für alles westliche Militär fordert, nimmt sie damit billigend in Kauf, dass verheerende Bürgerkriege und erneute undemokratische und unrepublikanische Hierarchien die Afghanen heimsuchen.«

»Int...

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