30.12.2014 / Feuilleton / Seite 10

Mord als technisches Problem

Was bei allen Gedenktagen vergessen wurde: Vor 75 Jahren begann im deutsch besetzten Polen die Industrialisierung des Tötens

Sabine Lueken

Bei all dem historischen Gedenken im Jahr 2014 kam eins in den deutschen Medien nicht vor: Vor 75 Jahren wurde zum ersten Mal in der Geschichte die Hemmschwelle zum industriellen Töten überschritten: Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden im von Deutschen besetzten Polen rund 400 Patienten der Psychiatrie »Treskau« im Herbst 1939 in einer provisorischen Gaskammer in Fort VII nahe Poznan mit Kohlenmonoxyd ermordet.

Auf einer Tagung in Poznan im Oktober diesen Jahres diskutierten deutsche und polnische Wissenschaftler über dieses und andere Medizinverbrechen »im besetzten Polen im Schatten des Nationalsozialismus«. Die Fakultät für Sozialwissenschaften der Medizinischen Universität Poznan, das »Internationale Zentrum für die Wissensvermittlung über Auschwitz und den Holocaust« und der »Arbeitskreis zur Erforschung der nationalsozialistischen ›Euthanasie‹« hatten die Konferenz organisiert. Sie fand im »Centrum Kultury Zamek« statt, einem frü...

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