24.12.2014 / Inland / Seite 2

»Das Finanzsystem der USA steht vor dem Kollaps«

70 Jahre Internationaler Währungsfonds: Immer im Sinne der Großbanken und Hedgefonds. Ein Gespräch mit Ernst Wolff

Peter Wolter

Ernst Wolff ist Autor des Buches »Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzugs«

Der Internationale Währungsfonds (IWF) spielt eine wichtige Rolle in der Weltpolitik – denken wir nur an den Geldbedarf der bankrotten Ukraine. Sie haben kürzlich ein Buch über diese Organisation herausgebracht – wer gibt darin den Ton an?

Einzig und allein die USA. Der IWF wurde vor 70 Jahren mit der Konferenz von Bretton Woods ins Leben gerufen – die hat dann etwas Einmaliges in der Menschheitsgeschichte gemacht: Sie hat den US-Dollar zur weltweiten Leitwährung erklärt. Und hat damit den USA die globale wirtschaftliche Dominanz gesichert. Hauptaufgabe des IWF in dieser Anfangsphase war, dafür Sorge zu tragen, dass alle Währungen an den Dollar gebunden werden.

Der IWF ist also ein politischer Hebel der USA?

Absolut. Die USA haben in den IWF-Gremien eine Sperrminorität von 16 Prozent – alle Entscheidungen müssen aber mit 85 Prozent Mehrheit getroffen we...

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