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12.12.2014 / Schwerpunkt / Seite 3

Teamwork nach der Folter

Die CIA speist ausgewählte Journalisten gezielt mit Informationen. Für einen vermeintlichen Scoop werden dann gern auch mal »erpresste Geständnisse« verwendet

Knut Mellenthin

Ein wenig beachteter Aspekt im Zusammenhang mit dem Bericht des US-Senats über die Folterpraktiken des Auslandsgeheimdienstes, der in dieser Woche veröffentlicht wurde, betrifft die Zusammenarbeit der CIA mit Journalisten der Mainstreammedien. Ihnen wurden Kopien streng geheimer Verhörprotokolle ausgehändigt, um - wie es im Report heißt -, »öffentlicher Kritik entgegenzutreten, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, und mögliche Aktionen des Kongresses zu verhindern«. Aufgabe der exklusiv beschenkten Presseleute sollte es sein, ihren Lesern weiszumachen, dass die angewandten Methoden vielleicht kritikwürdig seien, aber dass sie andererseits zu einer Fülle wichtiger Erkenntnisse geführt hätten.

Die Berechtigung dieser These wird in der veröffentlichten Kurzvariante des Dokuments zu den Grausamkeiten des Geheimdienstes entschieden bestritten. Viele der unter Foltern erpressten Aussagen seien wertlos gewesen, hätten die Arbeit der Sicherheitskräfte eher er...

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