03.12.2014 / Feuilleton / Seite 10

Die Gaucksche Kurve

Störende deutsche Vergangenheit: Entsorgt! Ein Essay gegen den laufenden Umbau der staatlich geförderten Erinnerungskultur

Ulrich Irion

Vom nationalen Holocaust-Mahnmal in Berlin bis zu den zahlreichen örtlichen Gedenkstätten gibt es im heutigen Deutschland ein breites Spektrum von Bemühungen um Bildung, die sich den Großtaten der Nation widmen: Weltkriege entfesseln, Juden, Kommunisten und andere Volksschädlinge umbringen, die Öffentlichkeit gleichschalten oder das Volk geschlossen hinter der Führung versammeln. Aber muss man das ständig, zusätzlich zum Schulunterricht und zur medialen Berieselung, insbesondere Jugendlichen mit pädagogischem Extraaufwand nahe bringen? Ist das noch nötig im »besten Deutschland, das es je gab« (Bundespräsident Gauck)? Das fragen sich - nicht erst seit Martin Walsers Paulskirchenrede über die unerträglichen »Schuld-« und »Schamrituale« - viele Volksgenossen. Und Experten überlegen, ob nicht langsam »eine Renovierung der deutschen Erinnerungskultur« (so ein aktueller Titel von Dana Giesecke und Harald Welzer) fällig wäre.

Klaus Ahlheim, emeritierter Hochsch...

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