15.11.2014 / Wochenendbeilage / Seite 6 (Beilage)

Schreiben als Klassenkampf

Erasmus Schöfer und der Werkkreis Literatur der Arbeitswelt

David Salomon

Vor einigen Jahren nannte Günter Wallraff Erasmus Schöfer »eine Art Hölderlin, der unter die Arbeiter gefallen ist«. (1) Schon im Namen Hölderlin klingt nicht nur schlichtweg »Hochkultur« an, sondern eine Kunst, die aufs innigste mit dem jakobinischen Zeitalter verbunden ist, dem sie entstammt. Auch Schöfers Literatur ist mit ihrem Zeitalter verbunden. Mit Bedacht nennt er das Genre seiner Romantetralogie »Die Kinder des Sysifos«, deren zentrales Thema die Unabgeschlossenheit jenes Emanzipationskampfes ist, der mit den Jakobinern begann, Zeitroman. Zugleich jedoch ist Schöfer tatsächlich »unter die Arbeiter« gefallen: Nicht nur, weil er selbst einige Zeit in Fabriken arbeitete, sondern weil der Werkkreis Literatur der Arbeitswelt, dessen Mitgründer er war, nicht nur Texte über Arbeiter und ihre soziale Lage oder stellvertretend für sie in ihrem Interesse publizierte, sondern Arbeiter selbst zum Sprechen und Schreiben brachte. Genauer gesagt: ihnen Möglich...

Artikel-Länge: 14979 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe