Der Schwarze Kanal
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08.11.2014 / Schwerpunkt / Seite 3

Mythos des Kalten Krieges

Bei allem Jubel über den Fall der Berliner Mauer sollte nicht vergessen werden - ihr Bau 1961 war eine Antwort auf Wirtschaftssabotage und Subversion »Made by USA«

William Blum

Am 9. November jährt sich der Fall der Berliner Mauer zum 25. Mal. Seit Monaten gibt es dazu ein großes Medientamtam. Wie zu erwarten, wurden alle Klischees (»freie Welt gegen kommunistische Tyrannei«) aus der Zeit des Kalten Krieges wieder aus der Mottenkiste geholt. Die Erzählungen über den Bau der Mauer folgten dem alten vereinfachenden Geschichtsbild: Im Jahr 1961 bauten die Ostberliner Kommunisten die Mauer, um ihre unterdrückten Bürger an der Flucht nach Westberlin und in die Freiheit abzuhalten. Warum? Weil Kommunisten nicht mögen, wenn die Menschen frei sind und die »Wahrheit« erfahren. Welche anderen Gründe hätten es sonst gewesen sein können?

Zunächst sei daran erinnert, dass vor dem Mauerbau 1961 Tausende Ostdeutsche jeden Tag zu ihren Arbeitsplätzen im Westen pendelten und am Abend in den Osten zurückkehrten; viele andere gingen hin und her - entweder zum Einkaufen oder aus anderen Gründen. Ganz eindeutig wurden sie also im Osten nicht gegen ...

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