30.10.2014 / Thema / Seite 12

Eiserner Atem

Ende Oktober 1914 übernimmt deutsches Großkapital die »Verwaltung« der lothringischen Schwerindustrie. Die dortigen Eisenerzvorkommen sollten garantieren, Kriege bis 1960 zu führen

Reiner Zilkenat

Am 27. August 1914 meldete die Vossische Zeitung triumphierend auf ihrer Titelseite: »Longwy von der Kronprinzen-Armee genommen«. Der Sieg der von Kronprinz Wilhelm und Generalleutnant Konstantin Schmidt von Knobelsdorff geführten 5. Armee in Lothringen war zu Recht der Aufmacher jenes Tages. Es sei »für das deutsche Volk ein verheißungsvolles Vorzeichen, dass es gerade der deutsche Kronprinz gewesen ist, der mit seiner Armee Deutsch-Lothringen vor dem französischen Einmarsch gesichert und im Sturmlauf Französisch-Lothringen hinzuerobert hat«. Mit diesen euphorischen Worten kommentierte Jakob Wilhelm Reichert, der Geschäftsführer des Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller, den Sieg des deutschen Heeres. Die Freude beim einflussreichsten Interessenverband der deutschen Schwerindustrie war verständlich. Schließlich ging es hier nicht allein um einen militärischen Erfolg gegen die französische Armee, sondern um einen für die gesamte deutsche Kriegsw...

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