07.10.2014 / Inland / Seite 5

Atomkonzerne verklagen Staat

E.on und Co. fordern insgesamt 15 Milliarden Euro Entschädigung für Ausstieg aus Kernenergie - und torpedieren zugleich den Endlagerkompromiss

Reimar Paul

Mit immer neuen Klagen gehen die großen Energiekonzerne gegen den Atomausstieg vor. Sie wollen Schadenersatz für entgangene Gewinne. In seiner jüngsten Klage gegen die Bundesländer Niedersachsen und Bayern verlangt E.on für die von diesen verordnete Abschaltung von zwei AKW - Isar 1 und Unterweser - für jeweils drei Monate 380 Millionen Euro. Die Zahl zeigt: Mit einem einzigen Atomkraftwerk verdient der Betreiber jeden Monat 60 Millionen Euro.

Eine Woche nach Beginn der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima am 11. März 2011 hatten die Behörden alle deutschen Atomkraftwerke einem Stresstest unterzogen. Die sieben ältesten Meiler sowie das nach schweren Pannen seit 2009 abgeschaltete AKW Krümmel wurden per schriftlicher Verfügung von den Atomaufsichtsbehörden der Länder sofort stillgelegt. Die Unternehmen halten diese Anordnungen für einen rechtswidrigen Eingriff in ihre Eigentumsrechte. Der Stromanbieter RWE hatte in seiner Klage für entgangene Gewin...

Artikel-Länge: 3781 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe