Der Schwarze Kanal
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18.09.2014 / Thema / Seite 10

Desinteresse und Protest

Analyse. Die Wähler der Landtage in Sachsen, Thüringen und Brandenburg haben die Parteienlandschaft verändert. Allerdings blieb die Hälfte der Stimmberechtigten zu Hause

Ekkehard Lieberam
Es waren die ersten Landtagswahlen nach der Bundestagswahl 2013. Insgesamt 7,4 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, ihre Landtage zu wählen: in Sachsen am 31. August, in Thüringen und Brandenburg am 14. September. Es waren, wenn man den Umfragen glauben kann, Wahlen in einer Situation ungewöhnlich hoher politischer Zufriedenheit mit den Regierenden in Berlin. Das klingt, betrachtet man den hohen Anteil der erklärten Protestwähler von etwa einem Drittel, die extrem niedrige Wahlbeteiligung und die große Zahl an Wechselwählern, nicht sehr überzeugend.

Es ging um Wahlen für etwa 60 Prozent der in Ostdeutschland lebenden Bürgerinnen und Bürger, 25 Jahre nach der sogenannten Wende. Drei Millionen Menschen haben mittlerweile das »Beitrittsgebiet« verlassen, eine Million sind aus der Alt-BRD hinzugekommen. Erinnerungen an die DDR verblassen oder verändern sich unter dem Eindruck der Erfahrungen mit der kapitalistischen Gesellschaft und dem Einfluß der fo...

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