Der Schwarze Kanal: »Verkommen«
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Der Schwarze Kanal: »Verkommen«
17.09.2014 / Feuilleton / Seite 13

Die gewöhnliche Sense

Erinnerung an Bernd und Karin Kramer

Bert Papenfuß
Die ersten anarchistischen Schwarten besorgten mir Anfang der 70er Jahre befreundete Studenten aus den Giftschränken der Universitätsbibliotheken, dazu bedurften sie eines besonderen Formulars, auf dem ihnen ein »wissenschaftlicher Verwendungszweck« attestiert wurde. Mit etwas Glück konnte man in Antiquariaten in der Tschechoslowakei, Polen oder Ungarn noch alte deutsche Ausgaben der anarchistischen Klassiker erstehen. Ab Mitte der 70er Jahre lasen wir in Ostberlin dann die schwarzen Schmöker und illustren Pflasterstrände des Karin Kramer Verlags, die Freunde aus Westberlin reinschmuggelten. Die Finsterlinge unter uns bevorzugten die von Richard Schikowski herausgegebenen Schwarzbücher, die etwas helleren blätterten im Parallelogramm. Kramer-, Schikowski- und Merve-Bücher gehörten im gutsortierten Prenzlauer Berg zur Grundausstatung.

Mein erster Gedichtband (1) erschien 1985 leider nicht im Karin Kramer Verlag und trug als Buchschmuck keinen roten Druden...

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