01.09.2014 / Inland / Seite 4

Endlagersuche mit Vorbehalt?

Atommülltagung in Kassel: Anti-AKW-Bewegung weitet Kampagne gegen Mißstände bei Lagerung radioaktiven Abfalls aus. Kritik an Umweltministerin

Reimar Paul
Rostende Tonnen, strahlende Druckbehälter und Halden: Vor einem Jahr hatten Antiatomkraftgruppen erstmals eine umfassende Bestandsaufnahme zu radioaktiven Abfällen in Deutschland vorgelegt. Die schlicht mit »Atommüll« betitelte Studie listet 92 Orte auf, an denen sie entstehen oder lagern. Als Deponien fungieren derzeit neben stillgelegten und noch laufenden kommerziellen Atomkraftwerken und den End- und Zwischenlagern Ahaus, Gorleben, Lubmin, Asse und Morsleben auch Forschungsreaktoren, die Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen, die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau, die Zwischenlager für Castorbehälter an den AKW-Standorten sowie die Landessammelstellen für schwach radioaktive Abfälle.

Die Autoren des Berichts, mehrheitlich Mitglieder von Bürgerinitiativen und Experten der Umweltverbände, zeigten die Probleme auf: die rostenden Tonnen im Faßlager Brunsbüttel, das Plutonium im sächsischen Forschungszentrum Rossendorf, der Reaktor...

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