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26.08.2014 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Sanktionen – nein danke

Ukrainische Rüstungsbetriebe arbeiten trotz Verbots weiter mit Rußland zusammen. Industrieproduktion generell eingebrochen

Reinhard Lauterbach
Im Juni hielten die westlichen Sanktionsbefürworter den Zögerern im eigenen Lager den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko als Beispiel für »politischen Mut« vor. Der hatte per Erlaß alle Zulieferungen ukrainischer Betriebe für den russischen Rüstungssektor mit sofortiger Wirkung verboten. Jetzt stellt sich heraus, daß Poroschenkos Exportstopp von den betroffenen Firmen offenbar in aller Seelenruhe ignoriert wird. Sie haben viel zu verlieren: Es geht um einen Markt von schätzungsweise einer Milliarde US-Dollar und 70 Prozent der Produktion militärischer Güter in der Ukraine.

Vor einigen Tagen berichtete die US-Zeitung Washington Post aus der südukrainischen Industriestadt Saporischschja. Das dort ansässige Unternehmen »Motor-Sitsch« beliefert den Markt in der ehemaligen Sowjet­union mit Hubschraubermotoren. Von arktischen Gasbohrstellen bis zum Militär steckt in praktisch jedem in Rußland fliegenden Hubschrauber ein Antrieb aus der Ukraine. Der Kon...

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