23.08.2014 / Schwerpunkt / Seite 3

Im Giftschrank

Die Ermittlungsergebnisse zum Absturz oder Abschuß der Passagiermaschine MH17 in der Ostukraine sollen geheim bleiben. Hat Kiew etwas zu verbergen?

Reinhard Lauterbach
Mit Glasnost – oder Hlasnist auf Ukrainisch – haben es die neuen ukrainischen Machthaber nicht besonders. Nicht nur verweigern sie seit Monaten Ermittlungen der Abläufe rund um die Schüsse auf dem Kiewer Maidan im Februar dieses Jahres. Auch die Umstände des mutmaßlichen Abschusses des malaysischen Passagierflugzeugs über dem Donbass am 17. Juli sollen nach Möglichkeit geheim bleiben. Jedenfalls erklärte ein ukrainischer Staatsanwalt am 10. August auf einer Pressekonferenz in Kiew, die beteiligten Staaten – neben der Ukraine die Niederlande, Australien und Malaysia – hätten sich darauf geeinigt, Ermittlungsergebnisse nur im gegenseitigen Einvernehmen zu veröffentlichen. Das bedeutet, daß jede Seite die Veröffentlichung blockieren kann, solange sie will. Es sei denn, eine bricht das damit beschriebene Schweigekartell. Malaysia, die Niederlande und Australien sind an dem Unglück nur in der Form beteiligt, daß ihre Staatsbürger Opfer ...

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