09.08.2014 / Feuilleton / Seite 12

All unserer Liebe wert

Die Theaterkommune »Ton und Kirschen« tourt mit dem Brecht-Fragment »Hans im Glück« durch die ostdeutschen Lande

Gerd Bedszent
Ist Brecht ein toter Hund? Das bürgerliche Feuilleton will es uns glauben lassen. Lehrstücke sind out, ihr Großmeister ist passé, die Welt darf nicht erklärbar sein. Unbeeindruckt von solch modischer Gegenaufklärung tourt die im Westen Brandenburgs ansässige, multinationale Theaterkommune »Ton und Kirschen« derzeit mit Brechts Fragment »Hans im Glück« (1919) durch die ostdeutschen Lande (Regie: Margarete Biereye und David Johnston, Bühnenbild: Daisy Watkiss). Die Truppe ist längst nicht mehr nur ein Geheimtip für Theaterbegeisterte. Nun hat sie sich Brechts allererstem dramatischen Versuch angenommen. Der 21jährige versuchte, das Grimm-Märchen in die damalige Gegenwart zu versetzen. Von der Handlung blieb im wesentlichen die Hauptfigur Hans: ein überaus gutmütiger, argloser Bauer, den es aus dem Stumpfsinn des Landlebens in das bunte, faszinierende Dickicht der Städte treibt, der Freundschaft sucht und sie nicht findet. Und dabei nach und nach alles verli...

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