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14.07.2014 / Thema / Seite 10

Beschränkte Sicht

Die österreichische Historiographie zum Kriegsausbruch 1914

Martin Moll
Wer die österreichische, hier verstanden als die von österreichischen Historikern verfaßte, nach Ende des Zweiten Weltkrieges entstandene Geschichtsschreibung zum Kriegsausbruch 1914 durchsieht, wird rasch vier bemerkenswerte Umstände feststellen. Erstens: Gemessen an der Gesamtzahl der veröffentlichten Studien stammen nur wenige aus der Feder österreichischer Historiker. Dies gilt sowohl für Überblicksdarstellungen als auch für Spezialuntersuchungen, etwa darüber, was die österreichisch-ungarische Regierung über die serbischen Untergrundorganisationen sowie deren Verbindungen zu amtlichen Stellen in Belgrad wußte, oder warum das Wiener Kabinett nach dem Anschlag auf den Thronfolger in Sarajevo am 28. Juni 1914 so viel Zeit bis zu seiner Aktion gegen Serbien verstreichen ließ.

Zweitens und damit korrespondierend: An den internationalen Debatten der Zunft zu diesem Gegenstand (Fischer-Kontroverse u. a.) haben sich die österreichische Historiker kaum bis g...

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