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12.07.2014 / Schwerpunkt / Seite 3

Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen

Für die USA ist das Spionieren »unter Freunden« nichts Neues. Lange hat die Bundesregierung mit der Drei-Affen-Strategie reagiert. Gibt es etwas zu verbergen?

Rainer Rupp
Die deutschen Geheimdienste vom BND bis zum sogenannten Verfassungsschutz stellen sich dumm. Die politische Führung in Berlin ebenso. Unvorstellbar, daß die US-Amerikaner, der Deutschen teuerste Freunde, hierzulande spionieren. So die offizielle Haltung bis vor kurzem. Aber daß sie genau das tun, hatte im Jahr 1993 bereits der damalige Direktor der CIA, James Woolsey, in aller Öffentlichkeit bekannt. Er sagte, nach dem Ende des Kalten Kriegs haben die politische und die Wirtschaftsspionage eine neue Priorität für den US-Geheimdienst. Wörtlich fügte er hinzu, dies bedeute »natürlich auch das Ausspionieren von Verbündeten wie Japan, Deutschland und Frankreich«.

Tatsächlich gab es dafür handfeste Beweise. Schon bald schickte Langley mindestens fünf Agenten nach Paris, vier arbeiteten an der US-Botschaft als angebliche Diplomaten; eine Agentin kam bei der Vertretung einer privaten amerikanischen Stiftung unter. Ihr Ziel war ein hochrangiger Beamter im Außenm...

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