08.07.2014 / Titel / Seite 1

Geheime Verschlußsache

Massive Zunahme der Rüstungsforschung an deutschen Instituten. Regierung gibt keine Details bekannt, Zivilklausel wird häufig übergangen

Michael Merz
Die Rüstungsforschung an Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Doch die Arbeit der Wissenschaftler für das Militär soll möglichst geheim bleiben. Die Antwort der Regierung auf eine kleine Anfrage der Linkspartei wurde als vertraulich eingestuft, das Verteidigungsministerium deklariert die Projekte als »Verschlußsache«. Trotzdem offenbart der veröffentlichte Teil der Fakten das Ausmaß der Rüstungsforschung an zivilen Einrichtungen und die Ignoranz mancher Hochschulen gegenüber der selbstauferlegten Zivilklausel.

Drohnen, Geschosse und Militär­roboter – irgendwann sollen sie den Tod auf den Schlachtfeldern bringen, entwickelt werden die Mordmaschinen häufig in deutschen Labors. Das jährliche Auftragsvolumen in den vergangenen vier Jahren, verglichen mit dem Zeitraum 2000 bis 2010, hat sich nach Berechnungen der Süddeutschen Zeitung und NDR Info mehr als verdoppelt. Über 700mal beauftragt...

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