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04.07.2014 / Inland / Seite 5

Zentrale Figur

NSU-Prozeß. Nebenklage fordert Aufhebung des Geheimschutzes für Protokolle über Ex-V-Mann Brandt. Zschäpe-Verteidiger widerspricht Zeugenvernehmung

Claudia Wangerin, München
Drei ganze Verhandlungstage sind Mitte Juli für die Zeugenvernehmung von Tino Brandt eingeplant – schon daraus ergibt sich nach Meinung von Nebenklagevertretern seine zentrale Bedeutung für das NSU-Verfahren vor dem Oberlandesgericht München. Das mutmaßliche Kerntrio des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) hatte sich bis zu seinem Untertauchen 1998 im »Thüringer Heimatschutz« radikalisiert, als dessen Chef Tino Brandt galt, der zugleich als V-Mann des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz tätig war. Das hinderte ihn wiederum nicht, auch nach der Flucht der drei Neonazis aus Jena mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Der Thüringer Untersuchungsausschuß zum Neonaziterror hat daher später Brandts V-Mann-Führer Karl-Friedrich Schrader, Norbert Wiesner, Reiner Bode und Jürgen Zweigert sowie den stellvertretenden Amtsleiter Peter Nocken als Zeugen vernommen – zum Teil in vertraulicher Sitzung. Die Protokolle sind als »geheim« oder »VS-vertr...

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