30.06.2014 / Ausland / Seite 7

Kairoer Winter

Ägypten: Vor einem Jahr wurde Mohammed Mursi vom Militär gestürzt. Das alte Regime ist zurück und übt Rache

Sofian Philip Naceur, Kairo
Die größte Demonstration seit Menschengedenken oder eine beeindruckende Form direkter Demokratie. So und ähnlich bezeichnete die ägyptische, aber auch die internationale Presse die Massendemonstrationen gegen Ägyptens islamistischen Expräsidenten Mohammed Mursi am 30. Juni 2013. Millionen zogen damals auf die Straße und forderten den Rücktritt des Staatsoberhauptes und ein Ende der Herrschaft der islamistischen Muslimbruderschaft. Die von Ägyptens Militär veröffentlichen Luftaufnahmen von den landesweiten Demonstrationen waren imposant, zeugten sie doch von einer ungebremsten Mobilisierung vieler Menschen für politische Veränderungen. Die revolutionäre Stimmung in Ägypten am 30. Juni war ein Sinnbild für eine Gesellschaft, die sich zur Wehr setzt und sich von den alten Kadern des 2011 gestürzten Regimes Hosni Mubarak nicht mehr einschüchtern lassen will. Doch schnell drehte sich der Wind am Nil.

Mursis Absetzung durch die Militärführung unter dem damalig...

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