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25.06.2014 / Feuilleton / Seite 13

Unerfaßte Gebilde

Die Fuge in der Mitte des 20. Jahrhunderts: Überlegungen zu Dmitri Schostakowitsch aus Anlaß einer neuen CD

Stefan Siegert
Es gehört zu den vielen Gesslerhut-Ritualen des bürgerlichen Kulturbetriebs, beim Auftauchen des Namens Schostakowitsch erst einmal die Stirn in Falten zu legen und düsteren Blicks über die Stalin-Zeit zu lamentieren.

»Wenn es schon nicht gelingt, der grob vereinfachenden Diskussion über die Frage ›Kommunist oder Dissident?‹ zu entgehen, die jahrzehntelang jede Beschäftigung mit Schostakowitsch beherrschte«, stellt im Booklet einer neuen CD mit den beiden Klavierkonzerten und der Violinsonate Schostakowitschs der russische Pianist Alexander Melnikow fest – »wie soll man da auch nur anfangen, Aussagen über seine Musik zu machen?«

Die Musik war nämlich bislang kaum weniger schwer zu enträtseln und gar zu »verstehen«, als die Ära Stalins mit ihren historischen Leistungen und zugleich offenbar bis heute nicht zu erfassenden Schrecken und Opfern.

Schostakowitsch hätte um ein Haar dazu gezählt, er machte, nicht nur während des faschistisc...





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