19.06.2014 / Feuilleton / Seite 12

Herbeigesehnter Krieg

Karlheinz Schonauer widerlegt Christopher Clarks »Schlafwandler«-These über den Ersten Weltkrieg

Annette Hauschild
Der Politikwissenschaftler Karlheinz Schonauer erzählt in seinem Buch »1914. Protokoll eines gewollten Krieges« in erfrischender und lockerer Sprache vom Lügen- und Ränkespiel der deutschen und österreichischen Spitzendiplomaten zur Vorbereitung des Krieges 1914 – 1918.

In Anlehnung an die Schule von Fritz Fischer vertritt der ehemalige Referent des SPD-Parteivorstands die These, das Deutsche Reich und die k. k.-Monarchie Österreich-Ungarn hätten den Krieg bewußt gesucht und vorangetrieben. Sein Buch erschien 2012, also vor der deutschen Übersetzung von Christopher Clarks Buch »Die Schlafwandler« und nahm die Gegenposition damit quasi vorweg.

Die Ermordung des österreichischen Thronfolgers in Sarajevo im August 1914 sei lediglich zum Anlaß genommen worden, um einen lange herbeigesehnten Krieg führen zu können. Allerdings habe Deutschland mit seiner Mobilmachung so lange gewartet, bis Rußland eine Generalmobilmachung angeordnet habe, um seine Krieg...



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