12.06.2014 / Schwerpunkt / Seite 3

Etabliert im Mainstream

»Friedensgutachten 2014« beschwört die EU als »Friedensprojekt Europa«. Auch bei Bewertung des Ukraine-Konflikts wird der im Westen vorherrschende Diskurs bedient

Peter Strutynski
Zum 27. Mal in Folge legten Anfang Juni 2014 die führenden deutschen Friedensforschungsinstitute ihr Jahresgutachten vor. Daß sie hierzu wieder die Räumlichkeiten der Bundespressekonferenz in Anspruch nehmen, zeugt nicht nur vom gestiegenen Selbstbewußtsein der Institute, ihre Analyse und Botschaft an zentraler Stelle des politischen Hauptstadtlebens zu verkünden, sondern auch von der Aufmerksamkeit, ja, Akzeptanz, welche die politische Klasse dem Gutachten mittlerweile entgegenbringt. Letzteres kann zweierlei bedeuten: Entweder man feiert die Bekanntgabe des Friedensgutachtens als willkommenen moralischen Fingerzeig ab – um sich dann umso weniger um dessen Konsequenzen und Umsetzung kümmern zu müssen, oder das Gutachten selbst ist schon so zahnlos und allgemein geworden, daß sich jede Partei sei’s der Regierungskoalition, sei’s der Opposition darauf meint berufen zu können.

Die fünf »großen« Friedensforschungsinstitute – das sind...

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