12.06.2014 / Medien / Seite 15

»Wenig mit Journalismus zu tun«

Früher war Bild das Schmuddelkind unter den deutschen Medien – heute ist das Blatt eher Vorbild, auch für früher seriöse Verlage. Ein Gespräch mit Hans-Jürgen Arlt

Peter Wolter
Hans-Jürgen Arlt ist Publizist und Kommunikationswissenschaftler, von 1990 bis 2002 war er Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes

Sie haben jetzt die dritte Studie über die Bild-Gruppe veröffentlicht – gemeinsam verfaßt mit dem ehemaligen Chefredakteur der Frankfurter Rundschau, Wolfgang Storz. Was haben Sie dieses Mal untersucht, und zu welchem Ergebnis sind Sie gekommen?

Wir haben die Berichterstattung von Bild und Bild am Sonntag während des Bundestagswahlkampfs untersucht. Beide Zeitungen folgen zwei Leitlinien. Zum einen praktizieren sie »Aufmerksamkeitsökonomie«, das heißt: Sie wollen das Interesse möglichst vieler Leserinnen und Leser wecken, um besser Anzeigenraum an die Werbebranche verkaufen zu können. Zweitens kam heraus, daß die Wahlkampfberichterstattung deutlich parteipolitisch ausgerichtet war. Und zwar so, wie man es von Bild ohnehin schon erwartet hatte: konservativ, liberal, im weitesten Sinne rechtspopu...

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