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10.06.2014 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15

Prekäre Spaltung

Gewerkschaften haben die Aufgabe, zwischen atypisch und regulär Beschäftigten Brücken zu bauen. Exklusive Vertretung von Stammbelegschaften keine Alternative

Daniel Behruzi
Klaus Dörre sieht die Bundesrepublik auf dem Weg zu einer »prekären Vollerwerbsgesellschaft«. Diese These vertritt der Jenaer Soziologe in der jüngsten Ausgabe des Buchs »Gute Arbeit«, das alljährlich von Lothar Schröder und Hans-Jürgen Urban, Vorstandsmitglieder bei ver.di bzw. der IG Metall, herausgegeben wird. Eine Rückkehr zur »fordistischen Vollerwerbsgesellschaft« hält Dörre hingegen für ausgeschlossen. Das habe weitreichende Implikationen für das Handeln der Gewerkschaften.

Allein im vergangenen Jahrzehnt ist der Anteil atypischer Arbeitsverhältnisse – also von Leiharbeit, Befristungen, Teilzeit und geringfügiger Beschäftigung – von 19,8 auf 25,4 Prozent gestiegen, rechnet Dörre vor. »Während die Erwerbsbeteiligung auf Rekordniveau steigt, bleibt das Volumen der geleisteten Arbeitsstunden deutlich hinter dieser Entwicklung zurück, pro Erwerbstätigem ist es sogar rückläufig.« Die Darstellung macht klar: Das Problem ist nicht allein die ...

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