Schwarzer Kanal
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06.06.2014 / Feuilleton / Seite 12

Wann kommt der Break?

Die Angst des DJs vor der Stille: Zwei Bücher über die Partymusik, die nie anhalten soll

Christof Meueler
Last night a dj saved my life« – der Hit der Retortenband In­deep aus dem Jahr 1982 ist immer noch ein unglaubliches Discolied von mythologischer Grandezza. Es erzählt eine Liebesgeschichte auf höchster Pathosstufe zu genial reduzierter Funkgitarre. Ende der 80er wurden die DJs zu allgemeinen Lebensrettern der Popmusik ausgerufen. Was in englischen Plattenläden noch das einzelne Fach »Dance« gewesen war, wurde zu eigenen Spezialläden für HipHop, House und Techno ausgebaut. Da kauften die Leute ein, die DJs waren, werden wollten oder sich für welche hielten. In bestimmten Kreisen war »das Auflegen« das neue Distiktionsmerkmal. Außerdem entstanden kleinkapitalistisch organisierte Betriebe für die Sparten Musikvertrieb, Partyorganisation, Modeproduktion und für das, was man im Internet heute »Content« nennt.

DJ Moonshine, die Hauptfigur von Felix Scharlaus Roman »Fünfhundert­eins«, befindet sich zur richtigen Zeit (1991) am falschen Ort (schwäbische P...

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