28.05.2014 / Thema / Seite 10

Kein Kampf der Kulturen

Hintergrund. Zerfallener Staat: Der Bürgerkrieg in der Zentralafrikanischen Republik ist nicht in erster Linie auf ethnische und religiöse Konflikte zurückzuführen. Entscheidend sind die ökonomischen Interessen der alten Kolonialmacht Frankreich

Werner Ruf
Wenig erfahren wir aus den Medien über das, was in der Zentralafrikanischen Republik geschieht (ZAR), außer daß immer mehr Soldaten in das Bürgerkriegsland geschickt werden. Damit wird der Eindruck erweckt, als ob nach der französischen Intervention und der Stationierung der schließlich vom UN-Sicherheitsrat mandatierten Truppen der MISMA (Mission der Afrikanischen Union in Zentralafrika) und vor allem jener Frankreichs wieder relative Ruhe und Sicherheit eingekehrt seien. Dies ist jedoch mitnichten der Fall, und die Wahl der Interimspräsidentin Catherine Samba-Panza am 20. Januar 2014 hat auch nicht einmal in Ansätzen zur Herstellung funktionierender staatlicher Strukturen geführt.

Wenn es nicht schon längst durch die Einsätze in Afghanistan, Irak, Libyen und in anderen Ländern erwiesen wäre, daß Militär untauglich ist zur »Befriedung«, dann lieferte die ZAR in grausiger Weise einen weiteren Beleg: Der Korrespondent der Agentur Reuters berichtete am 5. ...

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