09.05.2014 / Schwerpunkt / Seite 3

Odessas Linke tragen ihre ermordeten Genossen zu Grabe

Reinhard Lauterbach
Odessa. Etwa 150 Menschen haben sich an diesem warmen Mittag auf einem Friedhof am Stadtrand von Odessa versammelt. Sie geleiten Andrej Brazewski auf seinem letzten Weg. Andrej, 26 Jahre alt, gehörte zu den Verteidigern des Protestcamps vor dem Gewerkschaftshaus und war aktiv in der linken »Borotba«. Wie andere flüchtete er am 2. Mai vor den angreifenden Faschisten ins Innere, wie andere geriet er in die Falle, als die Molotowcocktails der Angreifer das Gebäude in Brand steckten. Er sprang aus dem Fenster im ersten Stock und blieb mit gebrochenen Gliedmaßen liegen. Eine Horde von Rechten prügelte ihn nach Berichten von Augenzeugen zu Tode. Seine Mutter versuchte, neben ihm eine verletzte Frau mit ihrem Körper zu schützen. Sie mußte das Ende ihres Sohnes mit ansehen, ohne ihm helfen zu können.

Jetzt sitzt sie, schwarz verschleiert, auf einem Stuhl neben dem off...

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