Der Schwarze Kanal: »Verkommen«
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26.04.2014 / Fotoreportagen / Seite 4 (Beilage)

Blütenträume

Authentische Zeugnisse der Nelkenrevolution 1974 in Portugal. Fotos von Klaus Steiniger

Peter Steiniger
Vor vierzig Jahren wurde das Rad der Geschichte vorwärts gedreht. Am 25. April 1974 war am Tejo der Spuk endlich vorbei. Ein Staatsstreich der »Bewegung der Streitkräfte« (MFA) stürzte in Lissabon ein Regime, welches das iberische Land über Jahrzehnte im Rückschritt gefangen gehalten hatte. Der weitgehend unblutige Schlußakt läutete die Totenglocken für Europas letzte Kolonialmacht. Ihr wirtschaftlicher und moralischer Bankrott war lange verschleppt worden. Seit Anfang der 1960er Jahre wurde sie in Angola, Guinea-Bissau, Cabo Verde und Mosambik von den Befreiungsbewegungen auf dem schwarzen Kontinent erbittert und verlustreich bekriegt. Viele Portugiesen entzogen sich dem Militärdienst durch Emigration oder wurden durch ihre Kriegserfahrungen zu Oppositionellen.

Der 25. April war ein Wecksignal für Portugals Volksmassen. Revolutionen sind großartig: Die Menschen nahmen Straßen, Plätze, Häuser und Betriebe in Besitz, drangen mit Schwung und Begeisterung a...

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