10.04.2014 / Medien / Seite 15

Venezuela selektiv

Molotowcocktails gegen Wohnungsbauprogramme: Deutsche Medien arbeiten bei Berichterstattung über »Sozialproteste« mit Auslassungen und werfen Linken Blindheit vor

Katrin Küfer
Wer aktuellen Meldungen über Gewalt in Venezuela auf den Grund gehen will, stößt in den allermeisten westlichen und bundesdeutschen Medien auf ein einfaches Muster. Vielfach wird der Eindruck vermittelt, das »Regime« der »Machthaber« in Caracas ordne Menschenrechtsverletzungen gegen Oppositionelle an und liege aufgrund der »sozialen Proteste« in seinen letzten Zügen. »Die Sozialisten regieren immer noch autoritär«, meinte Reporter Martin Polanski am Mittwoch morgen im Deutschlandfunk. In sozialen Netzwerken machen Bilder von Polizeigewalt und Massenprotesten die Runde, die in Wirklichkeit aus Brasilien, Katalonien, Honduras, Griechenland, Ägypten und anderswo stammen.

Wie selektiv die Wahrnehmung vieler Medien ist, zeigt ein aktueller Vorfall. So kam es am 1. April 2014 in Caracas zu einem Brandanschlag mit Molotowcocktails gegen das Gebäude des Wohnungsbauministeriums, der hohen Sachschaden anrichtete. 1200 Mitarbeiter sowie 89 Kinder einer Vorschuleinr...

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