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22.03.2014 / Schwerpunkt / Seite 3

Gunst der Stunde

Krim-Krise: Die Ukraine soll energiepolitisch stärker an den Westen gebunden werden. Deutsche Konzerne führen ihre Rußland-Geschäfte unterdessen demonstrativ weiter

Jörg Kronauer
Günter Oettinger bleibt gelassen. Brüssel verschärft seine Sanktionen gegen Rußland, und da stellt sich natürlich die Frage, wie Moskau reagiert: Ist die EU, will der Interviewer von der Deutschen Welle wissen, nicht hochgradig abhängig von russischen Energierohstoffen? »Gehen hier die Lichter aus und die Heizungen bleiben kalt, wenn Europa kein Gas mehr aus Rußland bekommt?« »Es gibt keinen Grund zur Nervosität«, beruhigt der deutsche EU-Energiekommissar den Mann: »Wir haben sehr große gefüllte Speicher. Eine wochenlange Selbstversorgung wäre möglich.« Und vor allem, daran hat Oettinger schon einige Tage zuvor im Deutschlandfunk erinnert: »Die Russen haben Milliarden in Gasleitungen gesteckt.« Nord Stream etwa gehört mehrheitlich Gasprom, »und die Russen wollen ja Geld verdienen und nicht leere Gasleitungen unterhalten«, zumal sich der russische Staat zu rund 50 Prozent aus Rohstoffexporten finanziert. Es gibt also »eine gegenseitige Abhängigkeit«, stell...

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