Gegründet 1947 Dienstag, 12. November 2019, Nr. 263
Die junge Welt wird von 2220 GenossInnen herausgegeben
20.03.2014 / Feuilleton / Seite 12

Klugheit kollektiver Praxis

Ein Gesprächsband fördert Überraschendes über den Anarchismus zutage

Thomas Wagner
Für viele Marxisten ist der Anarchismus ein rotes Tuch: theoretisch anspruchslos, politisch unzuverlässig und im schlechten Sinne utopisch. Tatsächlich kann es einem oberflächlichen Beobachter zunächst so scheinen, als sei das anarchistische Freiheitsideal geradewegs in die heute vorherrschenden Ellenbogen-Ideologie des Neoliberalismus gemündet. Plausibel erscheint diese These, wenn man den Werdegang so manches Protagonisten dieser Bewegung verfolgt. 1968 war der damalige Studentenführer Daniel Cohn-Bendit einer der wichtigsten Köpfe des Neoanarchismus, heute steht er an vorderster Front, wenn es darum geht, aus der Europäischen Union eine imperialistisch agierende Großmacht zu formen. Der Philosoph Wolfgang Harich (1923 bis 1995), von dem eine fundierte marxistische Auseinandersetzung mit dem Anarchismus stammt, hielt dessen alten und neuen Protagonisten vor, von einem problematischen gemeinsamen Grundmotiv bewegt zu sein: der revolutionären Ungeduld. We...

Artikel-Länge: 4745 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €