15.03.2014 / Schwerpunkt / Seite 3

Kampf der sowjetischen Erinnerung

Die neuen ukrainischen Machthaber schikanieren Veteranen der Roten Armee und schleifen ihre Denkmäler

Reinhard Lauterbach
Diese Woche traf es Veteranen der Sowjetarmee in der am unteren Dnipro gelegenen Stadt Cherson. Sie wollten am Donnerstag des 70. Jahrestags der Befreiung der Stadt von der Naziokkupation gedenken, aber sie stießen auf Widerstand. Nicht nur, daß die neue Stadtverwaltung eine offizielle Beteiligung und eine Kundgebung am einstweilen noch bestehenden Ehrenmal im Stadtzentrum ablehnte. Aktivisten des »Rechten Sektors« bedrohten die Veteranen und wollten ihnen nicht einmal symbolische Gedenkaktivitäten wie das Singen ihrer Lieder gestatten.

Der Vorfall in der bisher politisch ruhigen Stadt in der russischsprachigen Südukraine gehört zu einer Kampagne gegen die sowjetisch geprägte Erinnerungstradition. Während in Lwiw in der Westukraine schon seit Jahren kein sowjetisches Denkmal mehr steht, haben in Kiew Aktivisten der nationalistischen »Freiheitspartei« erst im Dezember das Lenindenkmal aus rotem Granit am oberen Ende der Prachtstraße Kresch­tschatik vom So...

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