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06.03.2014 / Medien / Seite 15

»Sie knüpfen an alte Feindbilder an«

Ukraine-Konflikt: Medien schalten um auf Kalte-Kriegs-Rhetorik. Ein Gespräch mit Albrecht Müller

Peter Wolter
Albrecht Müller ist Diplom-Volkswirt und Mitbegründer der »NachDenkSeiten«. Er war ab 1973 Leiter der Planungsabteilung im Bundeskanzleramt bei Willy Brandt und Helmut Schmidt Seine neueste Schrift mit Bezug zum Thema: »Brandt aktuell. Treibjagd auf einen Hoffnungsträger«.

Wenn man sich Focus, Die Welt oder TV-Sendungen anschaut, hat man den Eindruck, daß wegen des Ukraine-Konflikts ein Krieg droht. Wie real ist diese Befürchtung aus Ihrer Sicht?

Sie ist durchaus berechtigt: Es kann Anlässe geben, die sich gegenseitig hochschaukeln. Ein Auslöser für das Eingreifen Rußlands könnte sein, daß es irgendwo in der Ukraine massive Übergriffe oder gar Blutvergießen gibt. Umgekehrt wäre es denkbar, daß ethnische Ukrainer massakriert werden oder daß Schüsse fallen – all das hätte unkalkulierbare Folgen.

Vor 20 Jahren hätte ich jedenfalls nicht gedacht, daß die USA in der Ukraine Foltergefängnisse unterhalten oder daß die Konrad-Adenauer-Stiftung einen Präsid...


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