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04.03.2014 / Schwerpunkt / Seite 3

Moskaus Sprungbrett

Marinestützpunkt Sewastopol: Spaltet sich die Krim von der Ukraine ab, dann hätte sich Rußland ein Gegengewicht zur NATO-Expansion im Schwarzen Meer gesichert

Jörg Kronauer
Durchaus ungewohnt klang die Forderung, mit der Frank-Walter Steinmeier am Sonntag an die Öffentlichkeit trat. Die territoriale Integrität der Ukraine müsse unbedingt gewahrt bleiben, ließ der deutsche Außenminister sich vernehmen. Die drohende Abspaltung der Krim gelte es unbedingt zu verhindern. Das ist wirklich neu: Bislang hat die Bundesrepublik die Zerteilung noch jeden Staates, der ihren machtpolitischen Plänen aus welchen Gründen auch immer im Wege stand, bejubelt und zumeist auch aktiv gefördert, wenn nötig auch mit militärischen Mitteln. Nun aber setzt Berlin ganz unschuldig auf die Einheit der politisch zutiefst gespaltenen Ukraine. Nicht nur in den sieben Ländern, in die Jugoslawien mit deutscher Hilfe zerschlagen wurde, oder im zerteilten Sudan wird sich so mancher die Augen reiben: Der deutsche Spaltungsspezialist ist im Falle der Krim zum entschlossensten Beschwörer staatlichen Zusammenhalts geworden.

Zur geostrategischen Bedeutung der Krim...

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