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26.02.2014 / Inland / Seite 5

Waffendealer schweigt

NSU-Prozeß: Polizist referiert Aussagen des Händlers, der dem Mordtrio Pistole verkauft haben soll. Verteidiger wirft Beamten Fehler bei Vernehmung vor

Claudia Wangerin, München
Auf eine Vernehmung durch die Polizei schien sich der Verkäufer der mutmaßlichen Tatwaffe in neun dem »Nationalsozialistischen Untergrund« (NSU) angelasteten Mordfällen schlecht vorbereitet zu haben. Der frühere Jenaer Szeneladenbetreiber Andreas Schultz wollte die eigentliche Beschaffung der Ceska-Pistole zunächst auf »Jugos« oder »Kanaken« schieben. An deren Adresse habe er den Neonazi Ralf Wohlleben lediglich verwiesen, als dieser ihn im Frühjahr 1999 oder 2000 nach einer »scharfen Waffe« gefragt habe. Dies gab am Dienstag im Prozeß um die neofaschistische Terrorgruppe einer der Vernehmungsbeamten wieder.

Schultz selbst hatte es vorgezogen, als Zeuge vor dem Oberlandesgericht München die Aussage zu verweigern. Vor den Polizeibeamten und Oberstaatsanwalt Jochen Weingarten hatte er laut Protokoll schließlich doch zugegeben, er habe »denen die Scheißknarre besorgt«. Der Staatsanwalt hatte ihn zuvor mit der Möglichkeit konfrontiert, daß auch Wohlleben irg...

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