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29.01.2014 / Ausland / Seite 7

Jubel in Tunesien

Neue Verfassung schreibt Gleichheit zwischen Frau und Mann fest, verzichtet auf die Scharia und pocht auf die Gewaltenteilung

Gerrit Hoekman
Tunesische Fahnen, patriotische Parolen und schließlich noch die Nationalhymne – im tunesischen Parlament herrschte Sonntagnacht eine Stimmung wie im Fußballstadion. Soeben war das Ergebnis der Abstimmung über die neue Verfassung bekanntgegeben worden: Nur zwölf der über 200 Abgeordneten hatten gegen den Entwurf gestimmt, weitere vier hatten sich enthalten. Damit besitzt Tunesien nun zumindest auf dem Papier das wohl liberalste Grundgesetz der arabischen Welt, das zahlreiche Staatschefs aus dem Westen umgehend als Vorbild für alle anderen Staaten der Region und als historischen Meilenstein feierten. »Wir haben heute unser Versprechen an das tunesische Volk gehalten, das sich mit seiner Revolution für einen demokratischen Staat entschieden hat«, zeigte sich Parlamentspräsident Mustafa Ben Jaafar hochzufrieden.

Den größten Jubel gab es unter den weiblichen Abgeordneten, manche fielen sich freudetrunken um den Hals. Als eine der wichtigsten Neuerungen...

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