25.01.2014 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Du wirst zum Sklaven der Gefängnisindustrie«

Gespräch. Mit Jamal Hart. Über seinen Vater Mumia Abu-Jamal und dessen Verurteilung zum Tod, die Solidaritätsarbeit und die eigenen Erfahrungen mit dem US-Knastsystem

Jürgen Heiser
Jamal Hart (geb. 1971) ist ein Sohn des seit 32 Jahren inhaftierten US-Journalisten und jW-Kolumnisten Mumia Abu-Jamal. Er wuchs bei seiner Mutter auf, hatte aber immer intensiven Kontakt mit Mumia bis zu dessen Verhaftung 1981. In den 1990er Jahren beteiligte sich Jamal Hart an der Solidaritätsbewegung zur Befreiung seines Vaters. 1998 wurde er wegen eines kleineren, wahrscheinlich fabrizierten Vorfalls zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt und erst 2011 freigelassen. Seitdem beteiligt er sich weiterhin an der Solidaritätsbewegung und sprach am 11. Januar auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin (Foto). Jamal Hart lebt in der Nähe von Raleigh im US-Bundesstaat ­North Carolina.

Wie alt waren Sie, als Ihr Vater Mumia Abu-Jamal am 9. Dezember 1981 verhaftet wurde, und wie haben Sie das erlebt?

Ich war damals neun Jahre alt. Wir merkten, daß etwas nicht in Ordnung war. Aber unsere Mutter erzählte uns nichts davon, ließ uns nicht fernsehen und hielt Z...

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