Der Schwarze Kanal: »Verkommen«
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23.01.2014 / Feuilleton / Seite 12

»Schade, daß es Gott nicht gibt«

Bewundert, aber nicht gegrüßt werden.Über Georg Paulmichl, Schriftsteller und Maler

Anja Röhl
Ich hörte das erste Mal von Georg Paulmichl auf einer heilpädagogischen Fachtagung 2003. Dietmar Raffeiner, Betreuer in einer Behindertenwerkstatt im italienischen Prad (Südtirol), berichtete, er habe ihn als unruhigen Vielredner kennengelernt, der allen auf den Wecker fiel. Als Lösung für seinen Rededrang erwies sich eine zufällig herbeigeschaffte Schreibmaschine. Raffeiner brachte ihm bei, erst Worte, dann Sätze und schließlich Texte zu schreiben. Die Menschen in seiner Umgebung waren verblüfft, als sie geistreiche Aphorismen und Gedichte zu lesen bekamen. Inzwischen hat Georg Paulmichl sechs Bücher veröffentlicht. Bereits sein Debüt »Strammgefegt« (1987) sorgte in der Öffentlichkeit für Aufsehen. Der Band »Ins Leben gestemmt« (1994) wurde unter anderem auf 3sat, im Deutschlandradio Kultur und im ORF positiv besprochen. Szenische Rezitationen seiner Werke fanden im Deutschen und im Gorki-Theater in Berlin sowie im Bochumer Schauspielhaus statt. 1993 erh...

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