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16.01.2014 / Feuilleton / Seite 12

Topograph der Höllenstürze

Arno Schmidt wäre am 18. Januar 100 Jahre alt geworden. Nun ist ein Band mit unveröffentlichten Briefen erschienen

Martin Willems
Rezensenten bezeichnet Arno Schmidt, der am 18. Januar 100 Jahre alt geworden wäre, voller Verachtung als »maulfertige Tausendskerle« oder »leptosome Schleicher«; generell will und kann er ästhetische Urteile über sein Werk, geäußert von Verlegern, Lesern und »LeckToren=Vieh«, zeit seines Lebens nicht ernst nehmen. Auch Schriftstellerkollegen sehen sich, sofern sie ihm die bedingungslose Anerkennung verweigern, seinem Furor ausgesetzt. So wird etwa Nobelpreisträger Hermann Hesse, der es gewagt hatte den aufstrebenden Dichter »schnoddrig« zu nennen, kurzerhand mit einer Postkarte »erledigt«. Man übertreibt sicher nicht, Schmidt, dem »5 Millionen Menschen für den Erdball massenhaft ausreichen würden«, einen misanthropischen Wesenszug zuzuschreiben. Im Zentrum seines Eremitendaseins steht unverrückbar die Literatur: Hundert Wochenstunden und mehr investiert der geborene »Stuben- und Schreibtischmensch« in sprachgewaltige Prosa, Radio-Essays und Übersetzungen...

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