13.12.2013 / Thema / Seite 10

Unternehmen »Kalawrita«

Geschichte. Vor 70 Jahren verübte die Wehrmacht das größte Massaker an griechischen Zivilisten im Zweiten Weltkrieg. Die Täter blieben straflos, die Überlebenden und die Hinterbliebenen der Opfer erhielten keine Entschädigung – bis heute

Martin Seckendorf
Mit der Vernichtung der deutsch-italienischen Heeresgruppe Afrika im Mai 1943 in Tunesien (siehe jW-Thema vom 13.5.2013) hatte sich die militärpolitische Lage im Mittelmeergebiet grundlegend verändert: Nordafrika war vom Faschismus befreit. Die Westalliierten standen an der Südgrenze der faschistischen »Festung Europa«. Die seit Stalingrad sichtbaren Risse in der von Hitlerdeutschland geführten Koalition waren tiefer und breiter geworden. Der Sturz des Mussolini-Regimes und der »Absprung« Italiens aus dem faschistischen Bündnis wurden immer wahrscheinlicher. Durch die Erfolge der Roten Armee und der Westmächte im Mittelmeergebiet bestand die Möglichkeit, daß die Türkei ihre bis dahin wohlwollende Neutralität gegenüber den faschistischen Mächten aufgeben und an der Seite der Antihitlerkoalition in den Krieg eintritt. Die Wehrmacht war, wie zuvor schon an der deutsch-sowjetischen Front, nun auch im Mittelmeergebiet in die strategische Defensive geraten.

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