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13.12.2013 / Inland / Seite 5

Mit aller Härte

Mangelhafte Akten, kranker Zeuge, kein Termin: Prozeß gegen Opfer rechtswidriger Polizeiübergriffe bei Oury-Jalloh-Gedenkdemo ausgesetzt, aber nicht eingestellt

Susan Bonath
Nach einem Prügeleinsatz der Polizei bei der Oury-Jalloh-Gedenkdemonstration im Januar 2012 in Dessau hat die Staatsanwaltschaft den Spieß umgedreht. Angeklagt ist nicht der gewalttätige Beamte, sondern das Opfer, Demoinitiator Mouctar Bah (jW berichtete). Zwar setzte Amtsrichter Jürgen Zahn den Prozeß zu Wochenbeginn wegen eines erkrankten Zeugen, unvollständiger Akten sowie mangels zeitnahem Termin vorerst aus. Auch habe er bereits darüber nachgedacht, das Verfahren auf Antrag von Verteidigerin Gabriele Heinecke wegen »Unverhältnismäßigkeit« einzustellen. Doch die Staatsanwaltschaft drängt weiter darauf, den Mann, der seit fast neun Jahren den Feuertod von Oury Jalloh im Dessauer Polizeirevier aufzuklären versucht, mit aller Härte zu verfolgen.

Die Anklagebehörde wirft Bah vor, Widerstand gegen Beamte geleistet zu haben, kurz bevor er von ihnen bewußtlos geschlagen wurde. So habe er gegen den Helm eines Staatsdieners geboxt und dessen linken Zeigefinge...

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