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12.12.2013 / Medien / Seite 15

Der V-Mann-Führer und das V-Wort

Leitmedien und der NSU-Prozeß: »Verschwörungstheorien« oder offensichtliche Verfahrenssteuerung?

Claudia Wangerin
Den Vorsitzenden Richter im Prozeß um die Neonaziterrorgruppe NSU vor dem Oberlandesgericht München, Manfred Götzl, würde wohl niemand als »Verschwörungstheoretiker« bezeichnen, nur weil er den früheren hessischen Verfassungsschützer Andreas Temme im Zeugenstand mehrfach an seine Wahrheitspflicht erinnerte. Gilt doch dessen Rolle selbst in bürgerlichen Zeitungen wie der Welt als »dubios«. Als »seltsam erinnerunglos« bezeichnete Spiegel-Reporterin Gisela Friedrichsen am 4. Dezember den ehemaligen V-Mann-Führer, der 2006 beim Mord an dem 21jährigen Halit Yozgat in dessen Internetcafé am Tatort gewesen war und angeblich nichts bemerkt hatte. Daß er seinerzeit einen Zeugenaufruf der Polizei ignorierte, erklärt er bis heute damit, er habe sich im Datum geirrt und geglaubt, er sei an einem anderen Tag in dem Internetcafé gewesen.

Es war bereits die zweite Vernehmung Temmes in diesem Prozeß, als Richter Götzl am 3. Dezember klarstellte, nur weil der Zeuge etwas...

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